Die Parkhaus-Falle

Seit April 2013 ist der obere Bereich des Parkdecks am Rathaus gesperrt. Bisher wurde untersucht, begutachtet und bewertet.

Seit April 2013 ist der obere Bereich des Parkdecks am Rathaus gesperrt. Bisher wurde untersucht, begutachtet und bewertet.

Weilburg ist reich. Ja, reich an Parkplätzen in Parkdecks und Parkhäusern, alle in der Kernstadt. Eine Anlage liegt am Odersbacher Weg, direkt gegenüber einem heimischen Bankhaus. Ein weiteres Parkdeck ist am Hainberg, in der Nähe eines großen Hotels. Ein großes Parkdeck mit 283 Stellplätzen befindet sich sehr innenstadtnah direkt neben dem Rathaus und zwischen Landtor und Oberlahnbrücke ist als jüngste Einrichtung, ein richtiges Parkhaus unter der neuen Stadtumfahrung entstanden. Eine stattliche Anzahl von Stellflächen, die genaue Menge ist dem Verfasser nicht bekannt.

Zwei Punkte fallen bei genauer Betrachtung auf.

Es gibt viele Parkplätze und wenig parkende Autos und es gibt viel kaputten Beton mit einem hohen Sanierungsbedarf.
Nicht einfach für die Verantwortlichen der Stadt, denn das bedeutet hohe Kosten für Investitionen aber geringe Einnahmen. Egal ob Schutzschirmstadt oder nicht, eine solche Situation ist ein Ärgernis, weil das Thema wie eine Klette an der Stadtpolitik haftet und nicht abzuschütteln ist.

Bisher 1,8 Millionen – jetzt 3,8 Millionen

So ist das Parkdeck am Rathaus seit April des letzten Jahres im oberen Bereich gesperrt, doch Sanierungsaktivitäten sind bisher nicht festzustellen.Bisher wurde untersucht und geprüft. Seit kurzem liegt ein Gutachten vor, in dem die Bausubstanz bewertet und Vorschläge für die Sanierung unterbreitet werden. Eine gute Arbeit, mit der aber die Kostenplanung über den Haufen geworfen wird. Bisher wurde von rund 1,8 Millionen Kosten ausgegangen; der neue Wert beträgt 3,8 Millionen Euro, mehr als doppelt so hoch. Diese Zahl ist nicht zu kritisieren, denn sie wurde fachkundig ermittelt. Schwierig ist allerdings die Finanzierung, denn das Geld dafür fällt nicht vom Himmel und eine Rücklage in dieser Höhe gibt es bei der Stadt nicht. Die Banken helfen hier gerne, doch die Schulden der Stadt klettern weiter in die Höhe.

Wie viele Parkplätze braucht die Stadt?

Deshalb stellt sich eine andere Frage. Brauchen wir denn so viele Parkplätze am Rathaus? Wie hoch ist den der Parkplatzbedarf überhaupt in Weilburg, wo doch so viele Plätze leer sind? Gibt es denn einen fachkundigen Nachweis über den Parkplatzbedarf in Weilburg? Investieren wir am Bedarf vorbei? Eine Reihe von Punkten, die jetzt in einer Anfrage für die Stadtverordnetenversammlung am 10.April 2014 vorgelegt wurden. Die Antwort ist offen. Doch im Kern geht es um die Frage, ob es auch ein bisschen kleiner geht. Vielleicht auch kostengünstiger. Damit könnte dem Dauerparker das Parkhaus

Teure Vandalismusschäden belasten das Parkhaus am Landtor und auch die Stadtkasse. Durch die nächtliche Schließung hat sich das etwas gebessert.

Teure Vandalismusschäden belasten das Parkhaus am Landtor und auch die Stadtkasse. Durch die nächtliche Schließung hat sich das etwas gebessert.

am Landtor angeboten werden, welches dann auch besser ausgelastet wäre. Der schnelle Innenstadtkunde und Besucher könnte am Rathaus parken und von dort aus seine Besorgungen erledigen.

Die Stadt und die Bank

Doch damit sind die Parkdeckthemen in Weilburg nicht vom Tisch. Auch am Odersbacher Weg gibt es ein Parkdeck, Parkplätze entlang der Straße auf einer Rampe zur Lahn hin. Hier gibt es eine hohe Nachfrage, aber viel kaputten Beton. Auch hier gibt es Handlungsbedarf. Ein großes Bankhaus auf der gegenüber liegenden Straßenseite profitiert von der Einrichtung am meisten. Deswegen gibt es die Idee, den erforderlichen Abriss und den Neubau auch dem Bankhaus zu übertragen. Die Idee ist gut, schwierig ist allerdings auch die Realisierung, denn das Thema kommt nicht voran und das schon seit Jahren. Auch hier ist Eile geboten, denn irgendwann plumpst ein Betonteil des Parkdecks in die Lahn. Das will aber niemand. Deshalb werden auch hier die städtischen Politiker aufmerksam verfolgen, wie die Verhandlungen zwischen dem Rathaus und der Bank weiter gehen und wer am Ende die Zeche zahlt.

Kostendeckende Gebühren

Parken in Weilburg wird weiter ein Thema der städtischen Politik sein. Das Schutzschirmziel der „kostendeckenden Gebühren“ ist hier für die Stadt Weilburg unerreichbar. Limburg hat es da leichter, denn es wird eine viertel Million Euro Überschuss aus den Parkgebühren erzielt. Dennoch muss die städtische Politik an wirtschaftlichen Lösungen arbeiten, mit dem Ziel, den Zuschuss aus der Stadtkasse zu minimieren. Den Steuerzahler wird das freuen.

Ein Beitrag von Hartmut Bock, Stadtverordneter in Weilburg

Das Parkhaus am Landtor. Neu - aber kaum genutzt. Dieses Foto der unteren Ebene entstand am 5.4.2014 nachmittags.

Das Parkhaus am Landtor. Neu – aber kaum genutzt. Dieses Foto der unteren Ebene entstand am 5.4.2014 nachmittags.

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