Das Häuschen im Grünen

Lange Zeit hat das gut funktioniert: Stadtentwicklung durch immer neue Baugebiete am Ortsrand. Doch heute hat sich der Bedarf verändert. Kleine Wohnungen in guter Qualität sind gefragt.

Lange Zeit hat das gut funktioniert: Stadtentwicklung durch immer neue Baugebiete am Ortsrand. Doch heute hat sich der Bedarf verändert. Kleine Wohnungen in guter Qualität und in zentraler Lage sind gefragt.

Das „Häuschen im Grünen“ war lange Zeit Leitbild für die bauliche Entwicklung in vielen Gemeinden. Beschaulich, idyllisch und nur samstags vom knatternden Rasenmäher gestört.

Chance oder Risiko?

Doch der Bedarf hat sich drastisch geändert, wie auch im WEILBURGER TAGEBLATT vom 2. Dezember 2015 nachzulesen ist. Kleine Wohnungen für kleine Geldbeutel sind gefragt. Junge Paare, Alleinstehende, Rentner und kleine Familien sind auf der Suche, doch das Angebot ist knapp und teuer. Chance oder Risiko für die Stadtentwicklung in Weilburg? Wer bei uns keine Wohnung findet, der zieht weg, dem Arbeitsplatz hinterher und geht dort hin, wo das Wohnungsangebot passt. Für die Stadtplanung ein Grund zum Umdenken. Sicherlich werden in begrenztem Umfang weiter Flächen für Einfamilienhäuser gebraucht. Doch schon heute ist die Nachfrage schleppend, wie die Baugebiete in Ahausen und Hirschhausen zeigen.

Junge Menschen in der Region halten

Wir brauchen ein breites Angebot kleiner Wohnungen in attraktiver Umgebung, zentral gelegen und gut versorgt, mit dem Laden und der Bushaltestelle um die Ecke. Diese Standorte sind begehrt und werden angenommen. Sie liegen nicht am Stadt- oder Ortsrand, sondern im Zentrum. Bauen im Bestand ist angesagt. Auch neues Bauen in alter Umgebung gehört dazu, weil gute Planer ein harmonisches Nebeneinander von Neu und Alt schaffen können. Nur so gelingt es junge Menschen in der Region zu halten und damit auch die Einwohnerzahlen zu stabilisieren. Auch für die momentane Zuwanderung durch Flüchtlinge bietet sich die Möglichkeit zu bleiben, statt in die Ballungszentren abzuwandern.

Private Investoren gefragt

Die Stadt Weilburg hat gerade den neuen Flächennutzungsplan fertiggestellt der auch vom Stadtparlament beschlossen wurde. Er bietet Entwicklungschancen in alle Richtungen; Außenentwicklung und Innenentwicklung, beides ist möglich. Doch die Folgeschritte müssen sich am konkreten Bedarf orientieren und dort ein Angebot schaffen, wo es nachgefragt wird. Impulse und Anregungen der Stadt, auch privaten Investoren gegenüber sind erforderlich um das vorhandene Wachstumspotenzial zu nutzen.

Hirschhausen hat ein großes Baugebiet. Doch der Verkauf läuft schleppend und das schon seit Jahren. Das Häuschen auf der grünen Wiese hat an Attraktivität verloren.

Hirschhausen hat ein großes Baugebiet. Doch der Verkauf läuft schleppend und das schon seit Jahren. Das Häuschen auf der grünen Wiese hat an Attraktivität verloren.

Ein Leserbrief von Hartmut Bock, Stadtverordneter in Weilburg, der dem Weilburger Tageblatt vorliegt.

 

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Eine Antwort zu Das Häuschen im Grünen

  1. Andreas Tiefensee schreibt:

    Es fehlen nicht nur kleine Wohnungen und Wohnungen z.B. für Studenten. Es fehlen auch ganz normale Wohnungen für junge Familien, die einen angemessenen Standard und Preis haben. Ich kenne aber auch Menschen, die Jahrzehnte in Weilburg gewohnt haben, hier schöne Häuser mit Gärten besaßen, sich im Alter aber ‚verkleinern‘ wollten und Eigentumswohnungen mit einem höheren Standard suchten – leider vergeblich: sie wurden in Limburg fündig. Dies hatte nicht nur die Abwanderung von Bürgern, sondern z.T. auch einen erheblichen Einbruch bei der Steuer zur Folge. Die kleinen Häuser in der Altstadt haben vielfach einen unzureichenden/unzumutbaren Standard und könnten nur mit großem Aufwand zu sinnvollen Einheiten saniert werden, wenn 2 oder 3 Eigentümer gemeinsam handeln. Dazu fehlt offenbar die Bereitschaft und in vielen Fällen wohl auch das Geld. Hier stehen die Altstadtmanager vor der wichtigen Aufgabe, ein Umdenken bei den Eigentümern zu erreichen.
    Und noch etwas: wenn Grundstücke und Wohnungen nur an Bürger aus der Kernstadt oder den
    Ortsteilen von Weilburg verkauft werden, wird die unbefriedigende (weil seit einem Jahrzehnt rückläufige) Bevölkerung-Entwicklung wohl anhalten.

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