Weilburg und Zevenaar – 50 gemeinsame Jahre

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Wichtige Akteure der Städtepartnerschaft Weilburg – Zevenaar. Zum Ende der Feierlichkeiten gab es ein gemeinsames Foto als Erinnerung an ein gelungenes Wochenende.

Ein Wochenende in Zevenaar, mit interessanten Begegnungen, liebevollen Gastgebern und aufschlussreichen Gesprächen ist zu Ende. Eine Delegation aus Weilburg mit Vertretern der Stadt und des Städtepartnerschaftsvereins war unterwegs und feierte das Jubiläum „50 Jahre gemeinsame Städtepartnerschaft“.

Abschied von Bürgermeister Jan de Ruiter

Bekannt und beliebt. Bürgermeister jan de Ruiter wurde nach 15 Dienstjahren verabschiedet.

Bekannt und beliebt. Bürgermeister Jan de Ruiter wurde nach 15 Dienstjahren verabschiedet.

Die Verabschiedung von Bürgermeister Jan de Ruiter stand im Mittelpunkt des ersten Besuchstages. Stadtverordnetenvorsteher Bruno Götz, Bürgermeister Hans-Peter Schick, der Erste Stadtrat Hartmut Eisenträger und weitere Mandatsträger waren anwesend und erlebten einen gut organisierten Festakt, der bereits nach einer guten Stunde zu Ende war.  Wesentlich mehr Zeit wurde dann an einem großen Buffet verbracht mit Kostbarkeiten aus der niederländischen Küche. Höhepunkt war anschließend ein großer Festabend für die Bevölkerung mit einem lockeren Kulturprogramm, bei dem sich örtliche Vereine und regionale Künstler auf der Bühne präsentierten und so ihren Dank überbrachten. Die vielen Gäste zeigten auch die Beliebtheit des Gemeindeoberhauptes, der nach 15 Dienstjahren in den Ruhestand ging. Mit dabei waren die Besucher aus Weilburg, die dem scheidenden Rathauschef ebenfalls Dank und Anerkennung aussprachen. Bruno Götz lobte den Bürgermeister als „Kämpfer für die Städtepartnerschaft und für Europa“. Zevenaar ist eine dynamische und wachsende Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze, mit 32.000 Einwohnern, die sich demnächst durch weitere Eingemeindungen noch erhöhen werden.

Das „Openluchtmuseum Arnhem“

Der zweite Tag war vollständig der Partnerschaft und der Begegnungen gewidmet. Dazu gehörte der gemeinsame Besuch des Freilichtmuseums in Arnheim, auf Niederländisch „Openluchtmuseum, Arnhem“ mit einem interessanten Einblick in die Baukultur und die Lebensformen aus den vergangenen 350 Jahren. Im größten und ältesten niederländischen Freilichtmuseum sind etwa 80 Häuser zu besichtigen. Neben mehreren Bauernhöfen und Katen aus allen Teilen des Landes sind verschiedene Werkstätten und Betriebe (unter anderen eine Dampfmolkerei, eine Werft und eine Brauerei), eine Kirche von Zeeland und eine kleine Stadt mit Kaufmannshäusern, Tante-Emma-Laden und Grachten zu besichtigen. Zwischen den einzelnen Häusergruppen fährt eine Straßenbahn, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg in Arnheim verkehrte. (Quelle: Wikipedia)

Der anschließende Festabend im Vida Studio’s Zevenaar, einer Tanzschule im Stadtzentrum, stand unter der Regie von Jan Boerboom, der wichtigste Aktivist der Städtepartnerschaft Weilburg – Zevenaar. Es begann mit einem großen Buffet, dazu spielte eine Band aus  Lehrern der örtlichen Musikschule. Kleine Ansprachen, eine Fotopräsentation zurück liegender Partnerschaftstreffen und viele Gespräche und Begegnungen rundeten den kurzweiligen Abend ab. Joachim Walter, der Vorsitzende des Weilburger Städtepartnerschaftsvereins zeigte sich begeistert. Er lobte die gute Gastfreundschaft und die freundliche Aufnahme und sprach, teilweise sogar in Niederländisch,  allen Beteiligten dafür ein großes Dankeschön aus.

200 Jahre Grenzland

Gezeigt wurde auch eine hoch interessante Ausstellung „200-Jahre-Grenzland“, denn am 1. Juni 1816 wurden einige Klever Gebiete von Preußen an das Königreich der Niederlande übertragen. Ein Ereignis, welches am 14. Mai 2016 mit einer großen Gedenkfeier in der Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Kranenburg begangen wurde.  Das Projekt 200 Jahre Grenze wird im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und der Euregio Rhein-Waal finanziert.

Im Mittelpunkt stand der Festakt

Am Sonntag stand dann der Festakt  „50 Jahre Zevenaar Weilburg“ auf dem Programm, der im Musiater, dem örtlichen Kulturhaus begangen wurde.  Mit dabei waren Jan Boerboom, Niko Wiendels, Tienke der Werft (Gemeinde) , Michiel Scheffer (Provinz Gelderland), Hans-Peter Schick (Bürgermeister, Weilburg), Jan de Ruiter (Bürgermeister a.D.), Prof. Dr. Jacco Pekelder, Universität Utrecht.  Mit launischen und festlichen Klängen unterhielt der städtische Musikverein (Stedelijke Muziekvereniging Zevenaar), mit Jos Jansen auf Posaune als Höhepunkt, die Gäste.

Europa ist kein Selbstläufer

Prof. Dr. Jacco Pekelder. Die Nachbarschaft zwischen Deutschland und den Niederlande wurde von ihm beim Festvortrag in den Mittelpunkt gestellt.

Prof. Dr. Jacco Pekelder. Die Nachbarschaft zwischen Deutschland und den Niederlande wurde von ihm beim Festvortrag in den Mittelpunkt gestellt.

Höhepunkt war der Festvortrag von Prof. Dr. Jacco Pekelder der die Geschichte der deutsch-niederländischen Beziehungen beleuchtete. Dabei wurden auch die „dunklen Seiten“ angesprochen, die zu einer objektiven Bewertung dazu gehörten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der Handel und der verstärkte Warenaustausch, der zu intensiveren Kontakten führte. Diplomatische und politische Kontakte verstärkten sich. Auch die Heirat von Prinzessin Beatrix, der späteren Königin, im Jahre 1966 mit dem deutschen Diplomaten Claus von Amsberg, führte zu einer stetigen Verbesserung der Beziehungen. Anfangs wurde diese Verbindung von vielen Niederländern abgelehnt, doch dies legte sich und später wurde er eines der populärsten Mitglieder der niederländischen Königsfamilie. Die Städtepartnerschaften waren und sind nach Ansicht des Referenten ein wichtiger Baustein für freundschaftliche und gut nachbarliche Beziehungen. Vor diesem Hintergrund lobte er auch die Kontakte zwischen Zevenaar und Weilburg. Im Blick nach vorne warnte er vor einer Erschlaffung und forderte er eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit, denn das gemeinsame Europa ist kein Selbstläufer. Es wächst eine neue Generation heran, die politische Lage wird immer komplexer und regionale Medien schenken der Partnerschaften wenig Beachtung. Alles Faktoren die eine Zusammenarbeit erschweren. Auch die Bereitschaft zum Erlernen der deutschen Sprache sei in den Niederlanden zurück gegangen.

Mehrfach wurde in den Ansprachen auf die stärkere Verankerung der Partnerschaften in der Bevölkerung und bei den politischen Vertretern hingewiesen. Ein wichtiger Grundsatz. Doch auch in Zevenaar gehörte die Bühne den Honoratioren. Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, der Stadtverordnetenvorsteher und auch der Erste Stadtrat, sie verfolgten das Programm nur von den Zuschauerbänken.

Ein fröhlicher Abschluss

Zum Schluss wurde es noch einmal lustig. Fröhliche Musikanten spielten auf, Sekt wurde gereicht, es wurde gelacht und getanzt, Adressen wurden ausgetauscht und Abschiedsfotos gemacht. Als kleine Wegzehrung für die Rückfahrt gab es noch ein Lunchpaket für die Gäste aus Weilburg. Ein eindrucksvolles Festwochenende war vorbei und zurück bleibt die Erinnerung und die Freude auf den nächsten Besuch.

Text und Fotos: Hartmut Bock

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Eine Antwort zu Weilburg und Zevenaar – 50 gemeinsame Jahre

  1. Jan van der Velden schreibt:

    Das Strasze Orcheter WIJ uut Zender, spielt am 8 und 9 oktober in Weiburg zum Residenzmarkt.
    Wir Freuen uns.

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