Die Turnhalle und Drommershausen

Die Turnhalle in Drommershausen strahlt jetzt wieder in neuem Glanz. Die Stadt, der Ortsbeirat und die Dorfgemeinschaft haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit alles gut gelingt.

Die Turnhalle: Ein Ort der Kommunikation! Ein Gastbeitrag von Matthias Knaust, Weilburg. Erstellt zur Einweihungsfeier am 10. Juni 2017

Die Turnhalle in Drommershausen war in den zurückliegenden etwa 100 Jahren und ist gegenwärtig eindeutig der Mittelpunkt des dörflichen Zusammenlebens. Die Gemeinschaft aller Menschen hier im Ort war und ist untrennbar mit der Turnhalle verbunden. Die Menschen jeden Alters treffen sich hier die ganze Woche über, treiben Sport, unterhalten sich, tauschen sich aus und sie unterstützen sich gegenseitig. Hier ist eine Stätte der Begegnung geschaffen worden, die von den Menschen rege genutzt wird, sodass Begriffe wie Einsamkeit oder Isolation hier in Drommershausen keinen Platz haben. Seit vielen Jahren erfüllt Drommershausen eine Vorbildfunktion in Weilburg und weit darüber hinaus, hat mit seiner aktiven Dorfgemeinschaft vieles geleistet und erreicht, indem nicht nur das Ambiente hier vor Ort attraktiv und ansprechend gehalten wird, sondern vor allem der Zusammenhalt der Menschen untereinander immer wieder aufs Neue gestärkt und weiter intensiviert wird.

Vorbildfunktion

Die erfolgreiche Teilnahme und der gegen weitaus größere Kommunen errungene hervorragende dritte Platz im in ganz Hessen ausgeschriebenen Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft im Jahre 2015 hat dies noch einmal deutlich gemacht. Damit hat Drommershausen seine Vorbildfunktion über Weilburg und seinen Stadtteilen hinaus in ganz Hessen wahrgenommen. Zahlreiche Aktionen, die das ganze Jahr über hier im Ort stattfinden, unterstreichen dies deutlich. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten stand und steht, immer wieder, das Gebäude, dessen umfassende Sanierung und Wiedereinweihung wir heute gemeinsam feiern: Die Turnhalle!

Die Turnhalle ist vielleicht das wichtigste, vielleicht das am meisten diskutierte Thema gewesen, über das hier am Ort in den zurückliegenden Jahren gesprochen wurde. Es ging die ganze Zeit über um die Frage, ob das alte Gebäude noch einmal saniert werden oder besser gleich abgerissen werden sollte.  Es stellt sich hierbei die Frage, warum so viele Drommershäuser diesem alten Gebäude so sehr verbunden sind. Einiges kann man aus dem Festbuch 800 Jahre Drommershausen aus dem Jahr 1997 entnehmen, vor allem aber kann man in Gesprächen mit alteingesessenen Drommershäusern, aber auch Zugezogenen und den zahlreichen hier lebenden Jugendlichen und Kindern  vieles darüber erfahren, warum die Herzen der Menschen hier im Ort so sehr an dem altehrwürdigen Gebäude hängen, warum die Dorfgemeinschaft sich so eng mit der Turnhalle verbunden fühlt.

Der Sport stand hier immer schon im Mittelpunkt!

Drommershausen war in den zurückliegenden Jahrzehnten immer schon ein durch und durch sportliches Dorf. Der Sport stand hier immer schon im Mittelpunkt! Schon im Jahre 1911 wurde die Spielvereinigung Drommershausen gegründet, der spätere Spiel- und Turnverein. Hier stand das Turnen und nicht etwa der Fußball oder andere Sportarten im Vordergrund. Man zeigte oft und gern in der Öffentlichkeit das große Können der Turner, die an vielen Sportfesten teilnahmen. In der Zeit des Ersten Weltkriegs und in den Jahren danach ruhte das Vereinsleben völlig. Viele Turner waren im Krieg, und den Angehörigen, die voller Sorge waren, stand nicht der Sinn nach Spaß, Sport oder Ähnlichem. Als das Vereinsleben schließlich wieder in Gang kam, sammelte und sparte man nicht etwa Geld z. B. für Turngeräte, sondern für ein Kriegerdenkmal, was deutlich die tiefe Verbundenheit der Menschen untereinander hier in Drommershausen zeigt. Die Drommershäuser haben oft trainiert, meistens zu festen Zeiten: Man traf sich mehrmals die Woche, vor allem aber regelmäßig jeden Sonntag, und zwar unmittelbar nach dem Gottesdienst! Das bedeutete: Zuerst die Kirche, dann der Sport und erst nachmittags die Familie!

Waghalsiges Unternehmen

Man war so sportbegeistert, dass die dörfliche Gemeinschaft mit viel Enthusiasmus beschloss, in Drommershausen eine Turnhalle zu bauen! Das war damals ein unerhörtes, geradezu waghalsiges Unternehmen. Eine Sporthalle sollte errichtet werden, nicht etwa in Weilburg, Limburg oder Wetzlar, sondern in einem kleinen Dorf mit nur wenigen hundert Einwohnern! Man entschloss sich, in Löhnberg ein leer stehendes Gebäude  abzutragen – das war die Maschinenhalle der Löhnberger Hütte- und nahezu ausschließlich in Handarbeit in Drommershausen wieder aufzubauen. Die für die damalige Zeit enorme Summe von 739 Reichsmark musste aufgebracht werden, und das war nur die erste Rate, die zu bezahlen war. Zwei Jahre lang haben die Turner, vor allem aber auch nahezu die gesamte Dorfgemeinschaft, obwohl von dieser sicherlich nicht alle am Sport teilgenommen haben, nahezu ihre gesamte Freizeit für den Bau der Halle zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1930 wurde die Turnhalle, die bis zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht vollständig bezahlt war, feierlich eingeweiht. In der Chronik des Vereins kann man nachlesen, dass tatsächlich das gesamte Dorf, alle Einwohner, Jung und Alt, mitgefeiert haben. Es gab einen riesigen Umzug durch das ganze Dorf, viele Turnvereine der Nachbargemeinden waren eingeladen und nahmen teil.

Die Bezahlung – ein Riesenproblem

Die endgültige Bezahlung der Halle war jedoch ein Riesenproblem. Das Geld, immerhin 2000 Reichsmark, konnte auch nach vielen Jahren nicht aufgebracht werden und es drohte die Pfändung. Tausende von ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden beim Aufbau der Turnhalle wären vergebens gewesen, wenn nicht fünf Drommershäuser Bürger aus eigener Tasche den noch ausstehenden für die damalige Zeit überaus hohen Betrag von 2000 Reichsmark zur Verfügung gestellt hätten in der Hoffnung, es später irgendwann einmal zurück zu bekommen. Diesen Gemeinschaftssinn, der die Dorfgemeinschaft fest zusammengeschweißt hat, ist tatsächlich im Prinzip auch heute noch vorhanden.

Während des Zweiten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben nahezu vollständig. Es gab keine Familie hier vor Ort, von der nicht mindestens einer, in der Regel sogar mehrere Angehörige, im Kriege waren. Viele waren schon in den ersten Kriegsjahren gefallen. Wer hatte von den daheimgebliebenen denn da noch wirklich Lust am Sport, am gemeinsamen Fröhlichsein? Um die Halle nicht leer stehen zu lassen wurde sie bis Kriegsende an die Gerberei Rosenkranz als Lagerstätte vermietet. Am 27. März 1945 war auch für die Stadt Weilburg und damit auch für Drommershausen der Zweite Weltkrieg beendet. Die amerikanischen Soldaten kamen in großer Zahl mit all ihren Panzern, Lastwagen und sonstigen Fahrzeugen über Limburg direkt nach Weilburg. Während hier tatsächlich noch Kampfhandlungen stattfanden, blieb es in Drommershausen aber ruhig, nach anfänglichem Misstrauen sah man die Amerikaner eher als Befreier anstatt als Besatzer an. Das mag aus heutiger Sicht verwundern, denn das Vereinsvermögen wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht komplett beschlagnahmt und -schlimmer noch- der Verein wurde vorübergehend verboten.

Man ließ sich aber trotzdem keineswegs nicht entmutigen. Es mussten neue Turngeräte angeschafft werden, obwohl in der Kasse verständlicherweise Ebbe herrschte. Vom PI, dem Pädagogischen Institut für Lehrerbildung, das damals im Weilburger Windhof untergebracht war, konnte man günstig einige einfache Turngeräte erwerben, ein Reck, ein Sprungbrett und einige Matten – aber alles absolute Kostbarkeiten in der damaligen Zeit, die einen Turnbetrieb erst wieder möglich machten. Wären da nicht die Schulden gewesen… 400 Mark hatte der Verein nach wie vor aufzubringen mit der Folge, dass tatsächlich der Gerichtsvollzieher in der Turnhalle stand und schaute, was sich alles von dem Inventar zu Geld machen ließe. Eine solche für die damalige Zeit überaus hohe Summe konnte der Verein beim besten Willen nicht aufbringen, sodass als letzte Konsequenz auch der Verkauf der Turnhalle ins Auge gefasst wurde. In der Stunde der Not, und das ist typisch für die Menschen hier in Drommershausen, stehen alle zusammen. Zehn Drommershäuser, die es sich finanziell leisten konnten, waren bereit, gemeinsam jeweils 40 Mark aufzubringen, um den Verein, aber eben auch und vor allem die Turnhalle am Leben zu erhalten.

Bauarbeiten und Sanierung

In den Nachkriegsjahren kehrten nach und nach die Männer aus der Kriegsgefangenschaft heim und engagierten sich sofort für den Verein und damit auch für die dörfliche Gemeinschaft. Sie bauten hinter der Turnhalle einen Sport- bzw. Turnplatz, und zwar, das mag heute erstaunen, nahezu ausschließlich in Handarbeit, denn einen Bagger für die großen Erdbewegungen oder Lastwagen für den Transport von Baumaterialien oder den Abtransport größerer Mengen Erde – wer hätte das alles bezahlen können? Damals gab es in Drommershausen noch viele Pferde, vor allem aber Ochsen und Kühe als Zugtiere, die waren in der Landwirtschaft weit verbreitet. Also hat man neben Hacke und Spaten Pferde- und Ochsengespanne zu Hilfe genommen, die die Bauern aus tiefer Verbundenheit mit der Dorfgemeinschaft weitgehend kostenlos zur Verfügung stellten.

Auf ähnliche Art und Weise hat man sich bei den Sanierungsmaßnahmen beholfen, die im Laufe der Jahre bei der Turnhalle nötig wurden. Allerdings konnte man da das ein oder andere Mal auf die Hilfe der amerikanischen Soldaten zurückgreifen. Als etwa 1958 die ersten Anbauten an die Turnhalle erfolgten und die angrenzende Wiese trocken gelegt werden musste, waren die Armeefahrzeuge der US-Armee beim Ausbaggern und Planieren sehr hilfreich. Deren Soldaten waren ebenso wie die Drommershäuser selbst sozusagen ehrenamtlich tätig, denn sie arbeiteten ausschließlich am Wochenende, ohne etwa Geld zu fordern. Neben dem fast schon freundschaftlichen Miteinander zwischen Besatzern und Einheimischen gab es reichlich zu essen und zu trinken, an eine Bezahlung hat da niemand gedacht. Die LKWs, die die Materialien heranschafften, wurden von einheimischen Fuhrunternehmern zur Verfügung gestellt. Als Gegenleistung wurden die Fahrzeuge kostenlos gewartet und repariert, denn Geld hatte der Verein nach wie vor nicht. Der guten Stimmung, trotz der anstrengenden Arbeit, taten auch kleinere Missgeschicke keinen Abbruch, als beispielsweise ein LKW in dem sumpfigen Gelände in den angrenzenden Bach rutschte: Anstatt zu lamentieren zog man ihn gemeinsam einfach aus dem Bach wieder heraus und machte weiter.

Schummriges Licht in der Sektbar

Diverse An- und Umbauten sind insbesondere in den 60er und 70er Jahren nach und nach erfolgt, beispielsweise der Anbau der Hausmeisterwohnung, für die damalige Zeit alles andere als eine Selbstverständlichkeit, sodass im Falle eines Falles immer ein kompetenter Ansprechpartner da war oder aber der legendäre etwas versteckte hintere Anbau, der die Sektbar beherbergte, in schummriges Licht getaucht bei jeder Festveranstaltung immer wieder ein beliebter Aufenthaltsort! In der Turnhalle wird nicht nur Sport getrieben. Hier fanden und finden nahezu alle kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen statt. Unzählige Theaterstücke und Konzerte in den 50er und 60er Jahren, außerdem Maskenbälle und Weihnachtsfeiern, Übungsstunden des Kindergartens, das Voltigieren der Reiterjugend in den Winterhalbjahren lassen die Turnhalle bis in die heutige Zeit hinein  als einen Ort nicht nur des Sports, sondern auch und vor allem als ein Ort der Kommunikation erscheinen.

Erfolgreiche Teilnahme an Turnfesten

Der Sport konnte ab den 50er Jahren wieder aufgenommen werden. Die Leichtathletik stand eindeutig im Vordergrund. Drommershäuser Sportlerinnen und Sportler nahmen erfolgreich an vielen Turnfesten in ganz Deutschland teil, das Deutsche Turnfest in München (1958) beispielsweise, unzählige Landes- und Gauturnfeste in Hessen, nationale Sportfeste in Marburg, Wiesbaden, Frankfurt und Meisterschaften im hiesigen Landkreis sowie in den Nachbarkommunen. Um das alles bewältigen zu können, nahmen es die Aktiven über viele Jahre hinweg auf sich, in den Sommermonaten an fast jedem Wochenende ein Turnfest zu besuchen! Nicht alle Drommershäuser waren Leichtathleten, viele spielten Faustball und Prellball und gewannen dabei obendrein sogar mehrere Gaumeisterschaften. Ohne die zahlreichen Übungsstunden, die in der Turnhalle abgehalten werden konnten, wäre dies alles niemals möglich gewesen.

Die Tischtennisabteilung erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, geübt wird regelmäßig jede Woche mindestens einmal jeden Freitag in der Halle, um auch in Zukunft erfolgreich spielen zu können. Ursprünglich behauptete man sich in der Kreisklasse, nach dem Weggang einiger Spieler fand man sich zwar kurzzeitig in der Dritten Kreisklasse wieder, aber heute steht man wieder an der Spitze im aktiven Tischtennis.  Das allwöchentliche Frauenturnen erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, fördert es doch nicht nur die Fitness, sondern vor allem das gesellige Beisammensein und den Zusammenhalt der Menschen untereinander. 40 Teilnehmerinnen an einer Übungsstunde waren und sind beileibe keine Seltenheit.

Das Zeltlager des TV Runkel

Bis heute unvergessen sind die sportlichen Veranstaltungen unter dem Thema Spiel ohne Grenzen, das unter reger Teilnahme auch der Vereine aus den Nachbarorten für viel Unterhaltung für Jung und Alt sorgte. Vor allem aber an die vom TV Runkel seit Anfang der 70er Jahre hinter der Turnhalle veranstalteten Zeltlager muss erinnert werden, als über Jahrzehnte hinweg bis zu 120 Kinder betreut wurden. In der Turnhalle gab es anfangs lediglich acht Wasserhähne, das Wasser war kalt, als Waschbecken diente ein Trog bzw. eine Viehtränke und richtig sauber wurden die Kinder nur beim gelegentlichen Besuch eines Schwimmbades. Über eine Küche wie in der heutigen Zeit verfügte man nicht, diese bestand lediglich aus einigen Kochern, die auf einem LKW montiert waren und bei Bedarf herbeigefahren wurden. Erst später stand durch einen Anbau an die Halle eine kleine Küche zur Verfügung, die aber so klein war, dass meistens nicht etwa in, sondern  vor der Küche gekocht wurde.

Gleiches gilt im Grunde genommen auch für das Kinderturnen. In den 70er Jahren gab es einen Kinderturnwart, der unter anderem das sogenannte Turnen für Mutter und Kind organisierte, da man die Meinung vertrat, dass dies gesundheitsfördernd sei und die Körperhaltung des Kindes verbessere. Allein durch das viele Fernsehen seien Haltungsschäden bei Kindern und Jugendlichen unübersehbar. Die meisten Familien nahmen das Angebot dankend an.

Und wie ist das heute im Jahre 2017?

Können heutzutage Kinder ihre Freizeit noch sinnvoll verbringen? Gibt es noch etwas anderes als das Fernsehen, das Schauen von Filmen und das Sitzen vor dem Computer, dem Laptop  oder dem I-Phone? Allein, ohne Freunde, ohne mit jemandem reden zu können? Wo bietet man Kindern und Jugendlichen heute noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung an, die die Kommunikation fördert, Freundschaften pflegt, der Fitness dient und obendrein Freude bereitet? Und das alles direkt vor Ort? Allein bis zu 50 Kinder werden hier in der Turnhalle allwöchentlich von ehrenamtlichen Betreuern direkt hier aus dem Ort betreut, und die Kinder kommen gern, der Aufenthalt in der Turnhalle bereitet ihnen Freude!

Die Stadt und die Turnhalle

Die Turnhalle erfreute sich über viele Jahrzehnte hinweg einer ständigen Nutzung von Jung und Alt. Alles Geld, das der Turn- und Spielverein gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft erwirtschaften konnte, floss überwiegend in die Sanierung und den Erhalt des Gebäudes. Aber es half alles nichts, die Finanzen ließen eine mittlerweile notwendig gewordene umfassende Sanierung der Halle nicht zu und es drohte die Schließung. In der Stunde der Not wandte man sich an die Stadt Weilburg, die als künftige Schutzschirmgemeine trotz der eigenen angespannten finanziellen Lage versprach zu helfen. Als erstes wurde ein Mietvertrag mit der Stadt über einen Zeitraum von 30 Jahren abgeschlossen, damit die notwenigen Fördermittel, u. a. aus der Sportförderung  des Landes Hessen, in Anspruch genommen werden konnten. Bevor es jedoch so weit war, wurde intensiv in den städtischen Gremien darüber debattiert, ob diese Investitionen überhaupt getätigt werden sollten. Es gab zunächst nicht viele Fürsprecher in den städtischen Gremien, die sich für Drommershausen und ihre für alle Stadtteile vorbildhafte Gemeinschaft stark gemacht haben, bis sich nach langem Zögern und vielen Diskussionen schließlich doch eine Mehrheit fand, den Erhalt der Turnhalle zu ermöglichen. Neben dem stets rührigen Ortsbeirat sei hier insbesondere der Einsatz von Bürgermeister Hans-Peter Schick genannt, ohne dessen Überzeugungsarbeit und der ständigen Suche nach Fördergeldern eine Realisierung des Projektes niemals möglich gewesen wäre. Ohne seinen Einsatz wäre der Abriss des Gebäudes unvermeidbar geworden.

Die Sanierung begann 2010

Die Sanierung begann 2010 mit einer komplett neuen Dacheindeckung. Es folgte bis zum heutigen Tage der Einbau neuer Fenster und zusätzlicher Türen.  Unmittelbar danach wurde die veraltete Heizungsanlage durch eine moderne effektive Pelletheizung ersetzt. Nach dem Einbau neuer Lampen wurden anschließend die Außenmauern verputzt und eine effektive Wärmedämmung sämtlicher Außenwände in Angriff genommen. In Eigenleistung wurden u. a. die Innenräume teilweise entkernt und mit Rigipsplatten versehen, die gespachtelt, abgeschliffen und schließlich tapeziert wurden. Es folgte die Erneuerung der Herrentoiletten in Eigenleistung mit dem Ziel, diese teilweise behindertengerecht zu gestalten, indem zunächst neben den Einbau größerer Türen durch das Herausstemmen des Betonfußbodens eine ebene Fläche entstand.  Es folgte der Einbau neuer Duschen, schließlich die Sanierung der Damentoiletten und das Anbringen neuer Wand- und Bodenfliesen. Durch das Entkernen weiterer Räume und dem Wegbrechen nicht mehr benötigter Wände  konnte ein separater Thekenraum entstehen: Dieser wurde verputzt und gestrichen, und die Räumlichkeiten für die künftige Küche wurden für die notwendigen Fliesenarbeiten vorbereitet.

Erfolgreiche Spendenaktion

Für den Einbau einer neuen Theke, die fest eingeplant, aber letztendlich bei aller Anstrengung nicht mehr zu finanzieren war, wurde ein Spendenaufruf gestartet in der Hoffnung, wenigstens 1500 Euro zu sammeln, um zumindest das Notwendigste anschaffen zu können. Die Spendenbereitschaft der Drommershäuser aber hat alle Erwartungen weit übertroffen: Weit mehr als das Dreifache der erhofften Summe wurde in kürzester Zeit gespendet, sodass der Thekenbereich nunmehr doch noch großzügig realisiert werden kann. Es spricht für die Drommershäuser und „ihre“ Turnhalle, dass trotz der beschränkten finanziellen Mittel der gesamte Bereich innerhalb und außerhalb der Turnhalle grundsätzlich behindertengerecht gestaltet wurde. Diesen einen Wunsch hatten alle Beteiligten gegenüber der Stadt immer wieder geäußert: Wir sind eine Gemeinschaft, wir halten zusammen, treiben gemeinsam Sport, feiern zusammen und helfen einander. Alle sollen die Möglichkeit haben am dörflichen Treiben teilzuhaben, im Übrigen auch die Kinder: Direkt vor der Halle befindet sich ein großzügig angelegter moderner Spielplatz, der von den Jüngsten im Ort längst in Beschlag genommen und allzeit genutzt wird.

Ein hohes Maß an Eigenleistungen

Es ist geradezu typisch für die dörfliche Gemeinschaft, dass man nicht darauf gewartet hat, dass allein Firmen beauftragt werden, die auf Kosten des Stadtsäckels die Sanierung übernehmen. Man war von Anfang an bereit, selbst aktiv zu werden und die Arbeiten durch ein hohes Maß an Eigenleistungen zu interstützen. Tausende von ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden haben es in ständiger Abstimmung mit dem Stadtbauamt erst möglich gemacht, dass in den zurückliegenden etwa sechs Jahren eine rundum gelungene Sanierung stattfinden konnte. Die Drommershäuser haben gemeinsam mitgeholfen, haben mit angepackt, wo es möglich war, um „ihre“ Turnhalle zu erhalten: Ein Gemeinschaftsprojekt, dass den Zusammenhalt fördert und das Gebäude zu einem Treffpunkt werden lässt, mit dem sich alle identifizieren können, wo sich alle gerne aufhalten und gemeinsam aktiv sein können.

Besuchen Sie Drommershausen

Wenn Sie Drommershausen und seine Bewohner einmal persönlich kennenlernen wollen, wenn Sie eine auch heute noch funktionierende Gemeinschaft von Jung und Alt erleben wollen, die gemeinsam feiern, aber auch dann zusammenstehen, wenn Hilfe gebraucht wird, dann besuchen Sie eines der zahlreichen Veranstaltungen, die hier im Ort stattfinden: Die kirchlichen Feste, u.a. das Ernte-Dank-Fest, die längst schon legendäre Kirmes, die allein von den Vereinen organisiert und durchgeführt wird, das von nah und fern sehr gut besuchte Kinderfest, der Seniorennachmittag und nicht zuletzt der unter Mitwirkung nahezu der gesamten Dorfgemeinschaft alljährlich stattfindende Freiwilligentag. Alle Generationen arbeiten gemeinsam das ganze Jahr über an der Attraktivität ihres Dorfes, natürlich auch an ihrer Turnhalle! Sie arbeiten gemeinsam und sie feiern gemeinsam, und nicht etwa getrennt voneinander.

Der Treffpunkt für alle Drommershäuser ist die Turnhalle. Hier treibt man Sport, hier trifft man sich zum Gedankenaustausch oder einfach auf eine Tasse Kaffee zwischendurch. Die Turnhalle: Ein Ort der Kommunikation!


Matthias Knaust ist wichtig für Drommershausen. Viele Ereignisse werden von ihm festgehalten.

Matthias Knaust, der Autor dieses Beitrags ist ehrenamtlicher Stadtrat in Weilburg und für den Stadtteil Drommershausen zuständig. Deswegen hat er eine große Ortskenntnis. Er kennt Land und Leute. Bei unterschiedlichen Veranstaltungen fällt er immer wieder durch gut recherchierte Beiträge über den Weilburger Stadtteil auf.

Siehe auch: Gefahrenzulage für Dorfschullehrer

 

 

Fotos: Hartmut Bock, Drommershausen


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