Hochwasser, Starkregen und kein Ende

Weinbach-Elkerhausen, 5. Juli 2018. Niederschläge von über 100 Liter pro Quadratmeter haben in der Ortslage viele Keller überflutet und große Schlamm-Mengen aus der Gemarkung mitgebracht. Im Jahre 2018 wurde der Landkreis Limburg Weilburg besonders stark getroffen. Foto: Bernd-Rainer Volz, Weinbach-Elkerhausen.

Was ist los im Lande? Die heimische Region ist besonders von Überflutungen, Schlammlawinen und schlimmen Wetterkapriolen betroffen. Die Bürger sind aufgebracht. Die Zeitung wird beschuldigt, falsch zu berichten. Dabei haben wir alle unseren Anteil am Klimawandel. Dämme helfen nicht. Insbesondere die Kommunen sind gefordert, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Der nachfolgende Leserbrief, der dem WEILBURGER TAGEBLATT vorliegt, greift das Thema auf.

Hochwasser wird für viele Menschen erst dann zum Thema, wenn die braune Brühe im eigenen Keller steht. Das ist menschlich, doch gut ist das nicht, denn wir sind alle kleine Sünderlein. Die Wetterextreme nehmen zu. Hitzeperioden, Dürre und Starkregen zeigen uns auch in der heimischen Region den schon lange angesagten Klimawandel. Die Kommunen wirken ratlos, wenn die Schlammlawine mitten im Dorf landet. Dabei ist nicht Donald Trump, mit seinem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen schuldig. Auch viele Rathäuser bei uns haben teure Konzepte zum Klimaschutz in der Schublade, doch umgesetzt wird wenig davon. Erst im April gab es auch im Stadtparlament in Weilburg eine Anfrage nach dem Stand der Dinge.

Auf der grünen Wiese wird vielerorts fleißig weiter gebaut, betoniert und versiegelt, anstatt die vorhandene Bebauung besser zu nutzen. Und das bei stagnierender Bevölkerung. Mit im Boot sind auch die Straßenbauer, denn mit jeder Maßnahme, egal ob Neubau oder Sanierung, erhöht sich der Anteil der versiegelten Fläche. Ergebnis: Die Überflutungsgefahr steigt. Täglich werden in Deutschland immer noch rund 60 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einem Flächenverbrauch 88 Fußballfeldern. Das ursprünglich von der Bundesregierung angestrebte 30-Hektar-Ziel für 2020 wird damit zur Farce.

Umsteuern muss auch die Landwirtschaft, denn die Erzeugung von Bio-Energie und der damit verbundene großflächige Anbau von Mais verstärken die Probleme. Der Boden ist lange Zeit nicht beschattet und dem Starkregen schutzlos ausgeliefert. Das führt zu der braunen Brühe und den Schlammlawinen, die wir auf vielen Fotos sehen.

Schneller Aktionismus, Schutzwälle oder die Präsens des Bürgermeisters als Schutzpatron gegen die Wassermassen helfen nicht weiter. Die Kommunen sind gefordert, sich den Herausforderungen zu stellen. Aktiver Klimaschutz, mehr Grün in die Ortskerne, flächensparende nachhaltige Siedlungsplanung, Anpassung der Kanalsysteme, sind nur einige wichtige Maßnahmen. Der Wille zur Umsetzung muss da sein und Geld ist auch erforderlich, sonst werden wir weitere böse Überraschungen mit der „braunen Brühe“ erleben.

Hartmut Bock, Weilburg

Foto: In Waldhausen errichtet die Stadt Weilburg ein großes Regenrückhaltebecken, um ein gefährdetes neues Baugebiet vor Überflutungen zu schützen. Foto: Hartmut Bock

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