Hier entsteht sauberes Wasser und Energie

Mit moderner Datenverarbeitung und Elektronik. Routiniert und mit einem hohen technischen Sachverstand erläuterte der Verbandsingenieur Stefan Ebernau die Abläufe der Kläranlage.

Die SPD informiert sich auf der Kläranlage Guntersau

Mit der Betätigung des Druckspülers der Toilette ist für viele Menschen die „Abwasserbeseitigung“ erledigt. Doch dies ist nicht so, wie die Weilburger SPD Stadtverordnetenfraktion bei der Besichtigung der Kläranlage an der Guntersau feststellen konnte. Routiniert und mit einem hohen technischen Sachverstand erläuterte der Verbandsingenieur Stefan Ebernau, was mit den rund drei Millionen Kubikmetern Schmutzwasser passiert, die auf der Kläranlage Guntersau im Laufe eines Jahres aus Löhnberg und der Stadt Weilburg angeliefert werden.

Wichtiger Beitrag zum Umweltschutz

In einem aufwändigen Verfahren, über mechanische, biologische und chemische Reinigungsstufen werden die gelösten Schmutz- und Feststoffe herausgezogen. Das saubere und gereinigte Wasser wird anschließend in die Lahn eingeleitet und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und einer guten Wasserqualität. Der zurück bleibende Klärschlamm wird zur Energiegewinnung genutzt. Daraus entstehen in einem Faulbehälter 140.000 Kubikmeter Gas, welches über ein Blockheizkraftwerk genutzt wird und rund 50 Prozent des Energiebedarfs der Kläranlage liefert. Insgesamt wird hier sehr wirtschaftlich und effizient gearbeitet, erklärte Stefan Ebernau. Das gesamte Verfahren ist in ein strenges gesetzliches Regelwerk eingebunden und wird kontinuierlich behördlich überwacht.

Höhere Einwohnerzahlen sind möglich

In einem Rückblick wurde noch einmal die Entstehungsgeschichte des Verbandes angesprochen, die seinerzeit zu Kontroversen in der Bevölkerung und der Stadtpolitik führte. Im Ergebnis sei eine Kläranlage mit einer hohen baulichen und technischen Qualität entstanden, von der wir heute noch profitieren, bestätigte der Verbandsingenieur. Für die künftige Entwicklung wird  sich der Verband weiterhin an den gesetzlichen Standards orientieren, die sich ständig weiter entwickeln und eine höhere Reinigungsintensität vorschreiben. In einem gestuften Verfahren wird die bauliche und technische Entwicklung diesen Regeln angepasst, so Ebernau, auch höhere Einwohnerzahlen sind möglich, denn es gibt noch Luft nach oben. Derzeit wird die Anlage in Weilburg sowie weitere vier Kläranlagen, fünfzig Sonderbauwerke, Pumpstationen, Entlastungsanlagen und 46 Kilometer Sammlernetz von fünf technischen Mitarbeitern betrieben, die auch kleinere Reparaturen selbst durchführen oder Störungen beheben.

Daseinsvorsorge und Lebensqualität

Die Besucher der SPD zeigten sich insgesamt zufrieden und wünschten sich mehr öffentliche Aufmerksamkeit für diese wichtige kommunale Dienstleistung, denn es ist erst wenige Jahrzehnte her, da liefen noch in vielen Gemeinden die Abwässer ungeklärt in den nächsten Bach oder Fluss. Viele Gewässer drohten umzukippen. Ein Zustand, der heute nicht mehr vorstellbar ist. Saubere Gewässer sind Daseinsvorsorge sowie Lebensqualität und deswegen hat für uns die Abwasserbeseitigung auch in Zukunft eine hohe Priorität, so das abschließende Fazit der Sozialdemokraten.

Text und Fotos: Hartmut Bock


Nachfolgend einige Fotos von dem Ortstermin am 6. Juli 2018 an der Kläranlage Guntersau:

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