Eine neue Chance für die Weiltalbahn?

Eine direkte Verbindung von Weilburg in das Rhein-Main-Gebiet. Ein Ziel der SPD in Weilburg um die Stadt besser an die Metropole anzubinden.

Rückenwind für die Reaktivierung der Weiltalbahn gibt es jetzt durch eine Anfrage des heimischen Landtagsabgeordneten Tobias Eckert an den Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wasir. Im Zentrum steht die Frage, wie die Landesregierung die Möglichkeit zur Reaktivierung der vor 50 Jahren stillgelegten Bahnstrecke einschätzt. Damit wird die Initiative der SPD in Weilburg unterstützt, die bereits im letzten Jahr das Thema aufgegriffen hat. Ziel war die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, um die Erfolgsaussichten des Projekts zu untersuchen. Leider gab es dafür keine Mehrheit im Stadtparlament.

An Weilburg vorbei

Die Strecke von Usingen über Grävenwiesbach bis Brandoberndorf erhält im Rahmen eines Pilotprojektes moderne Bennstoffzellenzüge der Firma Alstrom. (Foto: Handelsblatt vom 21.5.2019)

Nach Ansicht von Hartmut Bock war dies eine falsche Entscheidung, denn damit läuft die Entwicklung an Weilburg vorbei. Die Taunusbahn wird derzeit immer attraktiver und leistungsfähiger. Die Strecke bis Usingen wird elektrifiziert und als S-Bahn (S 5) bis in das Taunusstädtchen geführt. Slogan: „Im 30-Minuten-Takt von Usingen in die Frankfurter Innenstadt.“ Die weitere Verbindung über Grävenwiesbach bis Brandoberndorf erhält im Rahmen eines Pilotprojektes moderne Bennstoffzellenzüge der Firma Alstrom (siehe Foto oben).

Das ist die Zukunft und genau diese Entwicklung läuft an Weilburg vorbei, fürchten die heimischen Sozialdemokraten. Wenn die Landesregierung die Verkehrswende will, dann muss auch mehr Geld für die Erschließung der ländlichen Regionen in Hessen eingesetzt werden. Die Zentrenerreichbarkeit ist heute ein wichtiger Standortfaktor, mit dem zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Die Metropolen, die heute schon aus allen Nähten platzen, werden entlastet und der ländliche Raum erhält eine Zukunftsperspektive.

Neue Chance

Deswegen ist die Anfrage von Tobias Eckert ein Schritt in die richtige Richtung, der auch für Weilburg eine neue Chance bietet. Denn das Land Hessen darf sich nicht nur in den boomenden Metropolen engagieren. Auch ländliche Regionen brauchen gleichwertige Lebensbedingungen und dürfen nicht abgehängt werden. Erst kürzlich hatte sich Landrat Michael Köberle im Usinger Anzeiger  für eine Verlängerung der Taunusbahn bis Weilburg ausgesprochen. Ob er bereits in der Sache aktiv wurde, das ist nicht bekannt, denn auch der Landkreis ist hier gefordert. Vorbild könnte der frühere Hochtaunus-Landrat Jürgen Banzer sein. Er hat sich für die Taunusbahn eingesetzt und seinerzeit viel Kopfschütteln geerntet. Jetzt ist die Taunusbahn ein Erfolgsmodell mit täglich 11.000 Fahrgästen, die durch die Modernisierung auf 18.000 gesteigert werden soll. So die Information im September 2019 in Wehrheim bei der Vorstellung des neuen Konzepts.

Ein Beitrag von Hartmut Bock, Weilburg

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